Informationen über die Hautbiopsie

Biospietechniken

Vorteile der scharfen Biopsie

Die scharfe Gewinnung von Biopsaten hat gegenüber anderen Verfahren den Vorteil, dass das Gewebe wenig geschädigt wird und somit histopathologisch gut beurteilt werden kann. Ältere scharfe Löffel sind oft weniger scharf als der Name suggeriert; ihr Gebrauch führt häufig zu einer massiven Fragmentierung und Quetschung des Gewebes. Bei Entfernung von Hautveränderungen mit dem Laser oder mit der elektrischen Schlinge kommt es zu ausgeprägten Artefakten, die die histopathologische Einordnung unmöglich machen können. Eine prospektive Studie zur Beurteilbarkeit histopathologischer Präparate bei Frauen mit zervikaler intraepithelialer Neoplasie ergab, dass über die Hälfte der mit der elektrischen Schlinge oder dem CO2-Laser gewonnenen Präparate entweder eingeschränkt oder gar nicht beurteilbar waren, während dies bei den durch scharfe Konisation gewonnenen Präparaten nie der Fall war.(17)

Eine gute Beurteilbarkeit ist aber erforderlich! Zum einen ist bei malignen Tumoren die Frage nach der Vollständigkeit der Entfernung nur zu beantworten, wenn der Rand einer Biopsie nicht artefiziell geschädigt ist. Nach Elektrodissekation ist die Rezidivrate infolge von Stromartefakten am Rande von Biopsien wesentlich höher als bei Entfernung mit einer scharfen Klinge.(7) Zum anderen sind auch bei erfahrenen Dermatologen klinische Fehldiagnosen unvermeidlich. Bei initialen Melanomen zum Beispiel wurde in mehreren Studien eine diagnostische Treffsicherheit von nur etwa 75% festgestellt, und auch bei Veränderungen, die eigentlich nur aus kosmetischer Indikation entfernt werden, kommen klinische Fehldiagnosen vor: fibrosierte Naevi des Gesichtes können von malignen Adnextumoren, Angiome von gefäßreichen Sarkomen, seborrhoische Keratosen von malignen Melanomen und pendelnde Fibrome von fibroepithelialen Basalzellkarzinomen oder papillomatösen amelanotischen Melanomen vorgetäuscht werden. In den USA sind die häufiger werdenden Kunstfehler-Prozesse in der Dermatologie nicht selten durch unzureichende Biopsien verursacht; im Falle von Fehldiagnosen werden dann sowohl der Kliniker als auch der Histopathologe zur Rechenschaft gezogen. Eine histopathologische Diagnosesicherung anhand eines ausreichend großen, auf scharfe Weise entnommenen Präparates ist daher unerlässlich!