Informationen über die Hautbiopsie
Zeitpunkt der Biopsie
Meiden sekundär veränderter Läsionen
Da bei einer Biopsie der Krankheitsprozess möglichst repräsentativ erfaßt werden soll, sollten die Effloreszenzen nicht durch äußere Einflüsse verändert sein. Kratzen oder Reiben an einer Läsion kann ihre Beurteilbarkeit erheblich einschränken. So sieht man bei der Psoriasis in der Regel eine Parakeratose über verschmälertem Stratum granulosum, durch langfristiges Reiben kann es jedoch zu einer kompakten Orthokeratose und einer Verbreiterung des Stratum granulosum kommen. Exkoriierte Läsionen weisen häufig neutrophile Granulozyten, fokale Fibrinniederschläge und Plasmaeinlagerungen in der Hornschicht auf, durch die der zugrunde liegende Krankheitsprozess verschleiert werden kann. Eine Irritation oder Superinfektion von Hauttumoren geht häufig mit Kernatypien und Mitosen einher, was bei gutartigen Neoplasien (z.B. seborrhoische Keratose) oder Hyperplasien (z.B. Verruca vulgaris) zur Fehldiagnose eines Karzinoms führen kann. In solchen Fällen sollte die Biopsie verschoben und zunächst eine antientzündliche bzw. antibakterielle Lokaltherapie durchgeführt werden. Umgekehrt kann eine Vorbehandlung die Diagnose auch erschweren: So sind Pilze in der Hornschicht nach antimykotischer Lokaltherapie oft nicht mehr nachweisbar, und durch Vorbehandlung mit Corticosteroiden können sich Dichte und Zusammensetzung eines Entzündungsinfiltrates ändern. Generell sollte bei entzündlichen Dermatosen darauf geachtet werden, dass die zu biopsierenden Effloreszenzen voll entwickelt und nicht sekundär verändert sind. Die Aussagekraft der histopathologischen Untersuchung ist dann am größten.


