Informationen über die Hautbiopsie

Zeitpunkt der Biopsie

Direkte Immunfluoreszenz

Soll eine Biopsie zum Zwecke der direkten Immunfluoreszenz erfolgen, ist bei blasenbildenden Dermatosen die periläsionale Haut besser geeignet als die Läsion selbst. Da das Gewebe für die Immunfluoreszenz nicht in Formalin fixiert und in Paraffin eingebettet, sondern eingefroren und am Kryostaten geschnitten wird, treten ausgeprägte Artefakte auf. Bei einer Biopsie von Blasen führt dies häufig zu einem völligen Verlust der Blasendecke, wodurch eine sichere Beurteilung erschwert wird. Darüberhinaus können Entzündungszellen durch Phagozytose von Immunkomplexen falsch negative Resultate verursachen. Dies wurde vor allem bei der Dermatitis herpetiformis beobachtet und führte zu der Empfehlung, Biopsien für die Immunfluoreszenz in einiger Entfernung von aktiven Läsionen durchzuführen. Dagegen können Biopsien bei Verdacht auf bullöses Pemphigoid oder Pemphiguskrankheiten unmittelbar periläsional erfolgen.(16) Dies kann entweder durch eine Spindelbiopsie geschehen, die sowohl eine kleine Blase für die Normalhistologie als auch periläsionale Haut für die Immunfluoreszenz umfasst und nach der Exzision geteilt und entsprechend fixiert wird, oder durch zwei dicht beieinanderliegende Stanzen, die später durch eine kleine Inzision verbunden werden, was durch tangetiale Verschiebung der Wundränder zu einer gut verschließbaren Biopsiewunde führt.(10)

Bei Verdacht auf chronisch diskoiden Lupus erythematosus sollte das Gewebe für die Immunfluoreszenz grundsätzlich aus betroffener Haut stammen. Da beim Lupus erythematosus Niederschläge von Immunglobulinen und Komplement an der dermoepidermalen Junktion auch in klinisch unveränderter Haut auftreten können und dann auf eine Systembeteiligung hinweisend sind, kann bei entsprechendem Verdacht zusätzlich eine Biopsie klinisch unveränderter Haut durchgeführt werden (am besten aus lichtexponierter Haut der Schulter oder Unterarmrückseite). Über die direkte Immunfluoreszenz hinaus ist stets eine normale histopathologische Untersuchung erforderlich, die in der Regel viel aussagekräftiger ist und nur dann gut beurteilt werden kann, wenn ein Teil des Gewebes oder eine gesonderte Biopsie in Formalin fixiert wird. Eine normalhistologische Nachuntersuchung des für die Immunfluoreszenz entnommenen und fixierten Materials allein ist für eine präzise histopathologische Diagnose unzureichend!